Die Stadt München untersucht derzeit, ob und in welchem Umfang der Münchner Norden städtebaulich weiterentwickelt werden kann. Als zentraler Baustein der laufenden Machbarkeitsstudie fand im November 2024 eine mehrtägige Ideenwerkstatt statt, in der fünf interdisziplinäre Planungsteams gemeinsam mit der Öffentlichkeit unterschiedliche räumliche Entwicklungsperspektiven erarbeitet haben.
Wir freuen uns, dass wir als ARGUS studio/ gemeinsam mit CITYFÖRSTER und freiwurf LA Teil des Teams waren, dessen Entwurf „Grünes Forum – Münchner Norden“ vom Expertengremium einstimmig als Vorzugsvariante empfohlen wurde. Von unserer Seite haben Simon, Benedikt und Yannick maßgeblich zur Mobilitätskonzeption beigetragen.

Foto: Landeshauptstadt MĂĽnchen
Mobilität und Verkehr als Schlüssel für eine integrierte Entwicklung
Das Expertengremium hob in seinem Votum besonders die Mobilitätsstrategie hervor, die die Grundlage für eine funktional und räumlich stimmige Entwicklung bildet:
- Ein Mobilitätskonzept, das die Priorisierung des Umweltverbundes aus Tram, Bus, Rad- und Fußverkehr klar ins Zentrum stellt
- Die vorgeschlagene „Landschaftstram“, die die neuen Quartiere und Freizeitziele mit dem überregionalen ÖV‑Netz verknüpft
- In kompakten Quartieren vielfältige Angebote wie Carsharing, Bikesharing und Micro‑Carrier‑Logistik, die kurze Wege und echte Wahlfreiheit sichern
- Ergänzungen im Erschließungsnetz für den Kfz‑Verkehr, die Bestandsquartiere gezielt entlasten
- Ein feinmaschiges Wegenetz für aktive Mobilität, das Natur‑ und Siedlungsräume gleichermaßen erschließt


Sorgfältiger Umgang mit Landschaft und Raum
Neben den Mobilitätsaspekten überzeugte das Konzept durch einen sensiblen Umgang mit Flächen und eine angemessene räumliche Dichte. Das Gremium lobte die sorgfältige Weiterentwicklung des Entwurfs, der sowohl die landschaftlichen Qualitäten von Moos‑ und Heidelandschaften als auch ökologische, soziale und räumliche Anforderungen berücksichtigt.
Gremiumsvorsitzender Prof. Dr. Stefan Kurath unterstrich, dass der Entwurf zeigt, wie „mit vielen kleinen Schritten und differenzierten Lösungen“ auf die Herausforderungen einer möglichen Entwicklung im Münchner Norden reagiert werden kann – und dass der Beitrag sowohl Potenziale für neue Siedlungsentwicklung hervorhebt als auch Mehrwerte für die bestehenden Quartiere schafft.
Behutsame Siedlungserweiterung in drei Teilräumen
Der Entwurf definiert drei Potenzialräume für eine maßvolle und landschaftlich eingebettete Weiterentwicklung:
- zwei urbane Quartiere im Anschluss an Feldmoching und Ludwigsfeld,
- ein landschaftlich geprägtes Quartier nördlich der Fasanerie.
Wertvolle Landschaftsräume wie Feldmoching‑Nord/West, das Obermoos oder die Schrederwiesen bleiben freigehalten. Die neuen Quartiere knüpfen sensibel an den Bestand an; Freiräume verbinden neue und bestehende Strukturen. Ergänzende Versorgungs‑, Bildungs‑ und soziale Angebote stärken Bereiche, die heute unterversorgt sind. Ein vielfältiges Wohnungsangebot stärkt den sozialen Mix und schafft Perspektiven für die bestehende Bewohnerschaft.
Landschaft als strukturierendes RĂĽckgrat
Das Landschaftskonzept erschließt die Potenziale der Moos‑ und Heidelandschaft über Parkmeilen, ein feinmaschiges Wegenetz sowie landschaftliche Marker wie Wasserflächen, Uferstreifen und Alleen.
Der Umgang mit Niederschlags‑ und Grundwasser wird zu einem strategischen Element der klimaresilienten Entwicklung – mit:
- Retentionsräumen
- Grauwassernutzung
- bodenschonender Bewirtschaftung
- Wiedervernässung relevanter Flächen
Ein transparentes Verfahren mit Ausblick
Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk würdigte die Ideenwerkstatt als „kooperatives, transparentes Verfahren“, das eine fundierte Grundlage für die nächsten Schritte geschaffen habe. Die Überarbeitungen der Entwürfe – darunter die Streichung der Schrederwiesen als Entwicklungsraum und die stärkere Vertiefung von Wassermanagement und ÖPNV‑Trassen – zeigen, dass eine Entwicklung im Münchner Norden grundsätzlich möglich ist, wenn sie mit Sorgfalt und im Einklang mit Landschaft und Bestand erfolgt. Als nächstes steht die Finalisierung der Machbarkeitsstudie an. Sie bildet die Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat, der 2027 über das weitere Vorgehen beraten wird. Weitere Informationen rund um die Ideenwerkstatt stellt die Stadt München unter muenchen.de/ideenwerkstatt bereit.
Die Anerkennung des Entwurfs als Vorzugsvariante ist für unser Team ein besonderer Moment. Sie bestätigt nicht nur die inhaltliche Stärke des gemeinsam entwickelten Ansatzes, sondern unterstreicht auch die Bedeutung einer integrierten, verantwortungsvollen Mobilitätsplanung – ein Themenfeld, das wir als ARGUS kontinuierlich weiter vertiefen.
Dass sich der gemeinsame Beitrag in einem Verfahren mit fachlich sehr starken und renommierten Konkurrenzteams durchsetzen konnte, verstehen wir als klare Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Für uns ist das Votum des Gremiums daher gleichermaßen Bestätigung und Motivation für die Zukunft.

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